skipnavigation

Knigge für den Sitznachbarn – Dos und Don’ts im Flieger

Albert Camus hatte recht: „L’enfer, c’est les autres“ – die Hölle, das sind die anderen. Wer mit dem Flugzeug unterwegs ist und sich mit Hunderten fremden Menschen einen engen Raum teilen muss, kann ein Lied davon singen. Ein echter Klassiker im beengten Nebeneinander ist der Kampf um die Armlehne, für den es sogar eine Empfehlung gibt: In der Dreierreihe gehören beide Lehnen dem mittleren Platz, der ja in jeder anderen Hinsicht benachteiligt ist.

Ist der Kampf um die Armlehne verloren, versuchen manche, das persönliche Territorium zu erweitern, indem sie die Rückenlehne nach hinten klappen. In den USA haben findige Tüftler sogar einen kleinen Plastikkeil entwickelt, der den Sitz des Vordermanns blockiert. Doch solch ein Knee Defender kann innerhalb von Sekunden einen Sitzkrieg entstehen lassen und ist daher nicht zu empfehlen.

Nervig nett
Die Liste der Verhaltensauffälligkeiten, um Mitreisende in den Wahnsinn zu treiben, ist lang – von der ausladend weit aufgeschlagenen Zeitung bis zum nächtliche Würfelspiel mit dem Kollegen auf der anderen Seite des Gangs. Sogar extrem freundliche Menschen können Nervpotenzial entwickeln, wenn sie zehn Stunden Flugzeit zum Erzählen nutzen wollen. Hier kann ein freundlicher Hinweis helfen, dass man gerne schlafen möchte oder den Film im Bordprogramm schon immer sehen wollte. Letzte Mittel wären demonstratives Einsetzen der Ohrstöpsel oder die flehende Bitte an die Flugbegleiter nach einem anderen Platz. Jedoch gilt immer noch: Ein Recht auf einen störungsfreien Flug gibt es nicht.

Quelle: CWT Connect Magazine 01/2018, Françoise Hauser