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©WienTourismus/Lois Lammerhuber

Reiseziele: Baltikum

Estland, Lettland, Litauen: die Junge IT- und Start-up-Szene

Estland, an der Ostsee viel Neues

 

Die ehemaligen Sowjetrepubliken im Nordosten Europas traf es 2008 hart: Mit der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers brach die auf hohe Verschuldung gebaute Wirtschaft ein, die Immobilienblase platzte, durch die folgende Rezession ging das Bruttoinlandsprodukt zurück. Am schwersten erwischte es Lettland mit einem BIP-Schwund von 19 Prozent. Als Gegenmaßnahme setzten die einst als „Tigerstaaten“ gefeierten Länder auf eine strenge Sparpolitik. Die Krise musste glücklicherweise nicht aus eigener Kraft gestemmt werden: Aufschwunghilfe leisteten unter anderem die Strukturfonds der Europäischen Union. Dem Staatenbund gehören die Länder seit 2004 an. Doch das begehrte Klassenziel, die Aufnahme in die Eurozone, war 2008 noch nicht erreicht. Darum wurden die nationalen Währungen nicht abgewertet, was in der Krise eigentlich das Naheliegende gewesen wäre. Lieber wollten die Regierungen die Vorgaben für den Euro erfüllen – mit Erfolg. Der Euro zog 2011 in Estland, 2014 in Lettland und 2015 in Litauen ein. So sehen sich die drei Staaten heute als kleine und offene Volkswirtschaften bei künftigen Krisen durch mehr finanzpolitische Stabilität geschützt.

 

 

 

Estland

Estland: Vorreiter der Digitalisierung

Unter den dreien sticht Estland als digitaler Primus hervor. „E-Stonia“ nennen die Bewohner ihr Land aufgrund seiner IT-Revolution selbstbewusst. Obwohl ursprünglich ein Staat mit starker Holzund Papierindustrie, macht Estland durch seine konsequente Digitalisierung heute Aktenkladden überflüssig. So kann hier das Parlament online gewählt werden, die Steuererklärung ist digital, und für ausländische Unternehmen wird der Einstieg in das Geschäftsleben über eine „e-residency“ ermöglicht.

 

Als Botschafter dieses Wandels wirkt der ehemalige Staatspräsident Toomas Hendrik Ilves, der schon als 13-Jähriger Computerprogramme schrieb und heute den Fortschritt seines Landes global bewirbt – wobei er manchmal über Länder wie etwa Deutschland seufzt, die sich mit der IT-Welt noch schwertäten. Als Motivation dient den Esten die Geschichte des Messaging-Dienstes Skype, den einst estnische Programmierer entwickelt und 2011 an Microsoft verkauft haben. Das löste einen Start-up-Boom an der nördlichen Ostsee aus. Die Digitalisierung der Wirtschaft will das Land mit gerade 1,3 Mio. Einwohnern auch als aktueller Vorsitzender im EU-Rat vorantreiben – und hat einen entsprechenden Gipfel für September geplant.

 

 

Tallinn

Ein Drittel der Esten lebt in der kleinsten Hauptstadt des Baltikums. Hier lassen sich die historischen Stationen bequem zu Fuß erkunden – die spätmittelalterliche, von Deutschen und Dänen geprägte Altstadt, das sowjetische Satellitenviertel Mustamäe, die Holzhäuschen von Kalamaja, die im 19. Jahrhundert entstanden, als die Stadt eine Eisenbahnverbindung nach St. Petersburg bekam. Heute sorgt hier die digitale Start-up-Szene für den Anschluss Tallinns an die Welt.

 


Tour Start-up-Szene

Wer steckt hinter Estlands digitalem Höhenflug?
Ein Insider führt auf einer Tour drei Stunden zu verschiedenen
Start-ups und den Treffs der Macher, wo man diese
auf einen Kaffee trifft.

 


Telliskivi Creative City

In den ehemaligen Eisenbahnhallen fährt heute ein
neuer Zug der Zeit: 200 Start-ups und NGOs haben sich
hier angesiedelt, sowie andere Kreative, die sich in Cafés
und Werkstätten austoben. Mit Estonishing Evenings werden
abends Veranstaltungen auf Englisch für Expats angeboten.

 


Restaurant-Tipps

Noa
Schon die geschwungene Eschenholzfassade des Restaurants steht für die Harmonie von Tradition und Moderne. Die Lokalität ist unterteilt in das Noa Restaurant und das exklusivere Noa Chef’s Hall. Beide bieten internationale Küche mit estländischen Akzenten. Besonders berühmt ist das Einfache: schwarzes Roggenbrot und Salzbutter. Ranna tee 3, Tallinn.

 

Restoran Ö
Wie wäre es mit Forelle, Buchweizengrütze und geräuchertem Sauerrahm? Oder Wiesensauerampfer, Rhabarber und Fichtentrieben? Dem jungen Küchenteam des Restaurants Ö werden gute Kontakte zu den Fischern, Jägern und Sammlern der estnischen Wälder und Moore nachgesagt. Nordische Küche, japanisch arrangiert.
Mere puiestee 6E, Tallinn.

 

 

Quelle: CWT Connect Magazin, Ausgabe 02/2017. Fotos: 500px - Aleksandr Abrosimov, iStock

 

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