skipnavigation

Reiseziele

Mehr als Börse und Banken

 

Frankfurt die Gegensätzliche

 

FrankfurtIntegration am Bembel: Das Traditionslokal als völkerverbindender Ort und Schmelztiegel? Durchaus. Am Bembel, dem blau gemusterten Tonkrug, verschwimmen Barrieren und Unterschiede zwischen den Schichten. Selbst wer den Handkäs mit Messer und Gabel isst und sich damit als Tourist outet, wird nicht schräg angeschaut. Zwar hat jede Gruppe ihre Lieblingszeit – die Einheimischen kommen lieber während der Woche, die älteren Stammgäste früh am Abend, die jungen Leute eher am Wochenende ab 21 Uhr. Aber wenn sie doch mal gleichzeitig aufeinandertreffen, sitzen sie auch zusammen. Christa, Werbetexterin und waschechte Frankfurterin, schätzt die kommunikative Atmosphäre: „Es ist eng, es ist laut, es ist lebendig und man kommt leicht mit anderen ins Gespräch. Hier hat sich so eine ursprüngliche Frankfurter Art bewahrt: ein bisschen schnodderig und ziemlich geradeheraus.“

 

Musenkuss am Ufer: Dass es in Sachsenhausen so viele Apfelweinlokale gibt, liegt daran, dass sich hier im Spätmittelalter Handwerker, Fischer, Gärtner und andere einfache Leute ansiedelten. Sie produzierten den Apfelwein zunächst für den eigenen Bedarf: Das „Stöffche“ wurde in der Küche hergestellt und im Wohnzimmer ausgeschenkt. Im Vergleich zum hektisch-betriebsamen Bankenviertel ist es beschaulich hier – doch der Stadtteil hat mehr zu bieten als Apfelwein und  Fachwerkhäuser: Am Sachsenhäuser Mainufer bauten sich im 19. Jahrhundert reiche Frankfurter Bürger Residenzen und Sommervillen, die heute zahlreiche renommierte Museen wie das Kunstmuseum Städel oder das Deutsche Filmmuseum beherbergen. Am letzten Augustwochenende feiern bis zu drei Millionen Besucher das rauschende Museumsuferfest, und jeden zweiten Samstag gehen sie hier am Ufer auf einem der größten Flohmärkte Deutschlands auf Schnäppchenjagd.

 

Leben am Fluss: Seinen fließenden Namenszusatz hat Frankfurt am Main so richtig erst mit der Fußball-WM im Jahr 2006 als Lebensraum entdeckt: Uferpromenaden wurden angelegt und der Fluss als Ort zum Verweilen erschlossen. Inzwischen gibt es Stadtstrände, diverse Restaurant- und Bar-Boote, und mit dem Fahrrad fährt es sich auf gut ausgebauten Wegen bequem in beide Richtungen. Das passt zum neuen Bewusstsein der Stadt, die bislang eher auf die Geschäftigkeit zwischen Hochhaustürmen und die Identität als wichtiger Messestandort und Verkehrsknotenpunkt setzte: In dieser Stadt des Handels und des Geldes hatte man jahrelang vernachlässigt, dass Menschen, die in Frankfurt arbeiten, auch Orte zum Leben und Verweilen brauchen. Das hat sich inzwischen geändert, Menschen ziehen wieder in die Stadt herein, die Pendlerzahlen sinken, die Einwohnerzahl steigt.

 

Vom südlichen Flussufer aus hat man einen guten Blick auf die in Deutschland einmalige Skyline des Frankfurter Bankenviertels. Und mittendrin steht der Maintower, von dessen Aussichtsplattform in 200 Metern Höhe erkennbar ist, wie nah Alt und Modern in Frankfurt zusammensitzen – genau wie die verschiedenen Besucher auf der langen Bank im Apfelweinlokal.

 

Drei Stunden Freizeit in Frankfurt: Paulskirche, Goethehaus und Ebbelwei-Express

Neue Frankfurter Altstadt: Die Innenstadt wurde aufgewertet, Geschäftshäuser wurden abgerissen, Wohnhäuser entstanden. So sind in den Geschäftsstraßen nicht mehr nur tagsüber das Tempo und die Krawattendichte hoch, inzwischen ist auch abends etwas los. Gerade rekonstruiert man die Altstadt, die im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde. Ihre Überreste hatte man den Erfordernissen moderner Verkehrsplanung geopfert. Doch jetzt sind die daraus entstandenen Bausünden der 1960er und 1970er Jahre beseitigt, um Raum für die Rekonstruktion von historischen Altstadthäusern zu schaffen – ein Mammutprojekt, das 2018 abgeschlossen sein soll. Dann wird es zwischen Dom und Römer wieder Altstadtgassen und historisch anmutende Häuser geben.

 

Schon jetzt finden Besucher einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Frankfurts nah beieinander: Vom Kaiserdom, einst Wahl- und Krönungsstätte der deutschen Kaiser, führte der Krönungsweg zum Römer, dem Frankfurter Rathaus. Gleich nebenan ist die Paulskirche, wo 1848/49 die Nationalversammlung tagte und heute wichtige Ehrenpreise wie der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen werden. Am lebhaften Paulsplatz mit seinen Cafés kann man in den Ebbelwei-Express einsteigen, eine historische Straßenbahn, in der man auf der einstündigen Rundfahrt durch die Stadt das Frankfurter Nationalgetränk und Brezeln genießt. Zu Fuß geht es in wenigen Minuten zum Goethehaus, dem Geburtshaus von Johann Wolfgang von Goethe.

 

 


Die ausgefallene Tour: Wasserhäuschen-Tour

Anderswo heißen sie „Kiosk“ oder „Trinkhalle“ – in Frankfurt aber nennt man sie „Wasserhäuschen“, die beliebte Treffpunkte und Orte der Verköstigung sind. Auf der 3-stündigen Tour mit einem Stadtteilhistoriker tauchen Besucher ein in die Atmosphäre der Stadt und hören Alltagsgeschichten aus den Vierteln.

 

 
  • Business-Lunches und Meetings im Café
    Mitten im Bahnhofsviertel: Restaurant und Bar Maxie Eisen
  • Mediterrane Küche am Rossmarkt, zwischen Zeil und Römer: Restaurant Medici
  • Biologisch zertifizierte Weine und argentinisches Premium-Rind im Wine & Beef Kontor Ojo de Agua
   

 

 
CWT Touristik Profi Tipp

Yvonne Niebergall, Manager Leisure Travel bei CWT: „Vor den Toren Frankfurts liegt die Region Rheinhessen, seit der Römerzeit eine Kulturlandschaft am Rhein, deren damalige Relevanz heute noch am Mainzer Dom, der Nibelungenstadt Worms oder der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg in Mainz deutlich wird. Aktiv und hautnah, mit dem Fahrrad oder zu Fuß können Sie die Ruhe der Landschaft und die geschichtsträchtige Vergangenheit der traditionsreichen Städte und Dörfer erleben. So bietet die Stadt Oppenheim neben der Katharinenkirche, einer der bedeutendsten gotischen Kirchen am Rhein zwischen Straßburg und Köln, ein spannendes Geheimnis: eine Stadt unter der Stadt. Ein faszinierendes Labyrinth aus Kellern und Gängen durchzieht diese mittelalterliche Stadt. Ein geführter Rundgang erklärt, wie es über die Jahrhunderte und bis heute genutzt wird.“

 

Mobil unterwegs

Frankfurt geht aus! ist eine App mit Veranstaltungstipps des Journal Frankfurt . Für Börseninteressierte gibt es die Börse Frankfurt App mit wichtigen Kursen und Börsen-Nachrichten für unterwegs:
Beide Apps für iPhone und Android.

 


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

 

 

Fotos: © #visitfrankfurt, Holger Ullmann