CWT Pressemitteilung

CWT

Eschborn | 13.08.2018

Höhere Ölpreise und angespannte Handelsbeziehungen führen zu steigenden Reisekosten für die Energiebranche

Im kommenden Jahr werden sich die Unternehmen der Branchen Energie, Rohstoffe und Schifffahrt erholen, da die Öl- und Rohstoffpreise weiter steigen und das globale Bruttoinlandsprodukt 2019 voraussichtlich um 3,4 Prozent wachsen wird. Auch die Reisetätigkeit nimmt zu, und die Flugpreise werden im kommenden Jahr global um 2,6 Prozent zulegen. Das sind die wichtigsten Ergebnisse des 2019 Energy, Resources & Marine Travel Forecast.

„Nach einigen herausfordernden Jahren zeigte das Jahr 2018 eine langsame, aber stetige Erholung. Wir freuen uns auf einen positiveren Ausblick für das kommende Jahr – allerdings mit einigen großen Vorbehalten“, sagt Raphaël Pasdeloup, Senior Vice President von CWT Energy, Resources & Marine. „Wir erwarten ein anhaltendes Wachstum in den Bereichen Energie, Metalle und Rohstoffe sowie in der Schifffahrt. Aber geopolitische Spannungen rund um den Welthandel und den Brexit sowie eine Vielzahl neuer und noch nicht bewährter Regierungen, insbesondere in den Ländern Lateinamerikas, könnten diesen positiven Kurs abschwächen.“ „Obwohl diese Faktoren eine Prognose schwierig machen, erwarten wir, dass die Preise für Flug und Hotel im Jahr 2019 fast überall in diesem Sektor steigen werden“, ergänzt Raphaël Pasdeloup.

Geschäftstätigkeit und Investitionen der Energiebranche korrelieren stark mit den Öl- und Rohstoffpreisen. Die knappen Rohölvorräte, die durch die am 4. November 2018 in Kraft tretenden Sanktionen der USA gegen den Iran noch verschärft werden, dürften zu höheren Preisen beitragen. Unterdessen stiegen die Explorations- und Produktionsbudgets der USA in diesem Jahr auf 132,5 Milliarden Dollar, verglichen mit 88,2 Milliarden Dollar im Jahr 2016, als die Ölpreise zusammenbrachen.

Die Gesamtzahl der Bohranlagen ist auf dem höchsten Stand seit 2015. Damals betrug sie 2.377, bevor sie 2016 auf 1.593 sank. Für 2018 meldet der Baker Hughes Rig Count Report 2.273 Bohrinseln in Betrieb. Die Unternehmen der Energiebranche sind bereit, es als Vorteil zu nutzen, dass sie aus dem jüngsten Abschwung schlanker und effizienter hervorgegangen sind. Im Sektor Schifffahrt wird das Wachstum voraussichtlich relativ gering ausfallen, während die Auftragslage für Containertransportschiffe durch die gesamtwirtschaftliche Erholung anzieht. In China, einem wichtigen Drehkreuz des Containertransports, geht das Wachstum jedoch zurück, was zu den verhalteneren Aussichten für den Sektor beiträgt.

Als weltweit am schnellsten wachsender Energiemarkt folgen die erneuerbaren Energien einem anderen Pfad. Obwohl dieser Trend anhalten wird, machen erneuerbare Energien immer noch lediglich etwa drei Prozent des weltweiten Primärenergieverbrauchs aus. Während insgesamt mit einem Anstieg der Reisetätigkeit zu rechnen ist, werden die Unternehmen wahrscheinlich an ihrer umsichtigen Vorgehensweise festhalten und die niedrigsten verfügbaren Tarife buchen, auch wenn Fluggesellschaften ihre Zusatzleistungen forcieren. Die Einnahmen aus diesen Zusatzentgelten stiegen 2017 auf 82,2 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 32,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2011.

Handelsstreit beeinträchtigt Wachstumserwartungen
Unterdessen geben eskalierende Handelsspannungen Anlass zur Sorge. Zölle auf Stahl und Aluminium bedeuten höhere Kosten für die Produzenten. Die Spannungen können auch das globale Wachstum und damit die Nachfrage nach Energie dämpfen. Unter Druck geratene Handelsverträge wie das Nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA, sorgen jetzt für Unsicherheit.

Die US-Fischereibranche zeigt sich durch den Handelskrieg zwischen den USA und China zunehmend alarmiert, da er sich auf die globalen Lieferketten für Nahrungsmittel auswirken und dazu führen kann, dass die Unternehmen ihre Investitionen – auch für Reisen – zurückfahren. Die Auswirkungen sind am stärksten im Bundestaat Alaska zu spüren, der für 60 Prozent aller in den USA gefangenen Meerestiere steht. Mehr als die Hälfte davon wird zur Weiterverarbeitung nach Übersee geliefert. Jede Abgabe auf importierte Meerestiere aus China gilt damit auch für Produkte aus Alaska, die dort weiterverarbeitet werden. Darüber hinaus hat China umgekehrt einen Zoll von 25 Prozent auf US-amerikanische Meeresprodukte angedroht, einschließlich der aus Alaska.

Prognosen für die Regionen

Europa, Nahost und Afrika
In Europa ist der Brexit nach wie vor ein großer Unsicherheitsfaktor und das offizielle Austrittsdatum bleibt unverändert bei März 2019. Ob und wie der Reiseverkehr zunehmen wird, hängt davon ab, in welchem Maß Unternehmen entscheiden, ihr Hauptquartier aus dem Vereinigten Königreich abzuziehen.

Prognosen für Nigeria und Angola deuten darauf hin, dass die Preise in US-Dollar deutlich fallen werden, da die lokalen Währungen gegenüber dem Dollar stark an Wert verlieren. In ihrer lokalen Währung sind diese Märkte unverändert auf Wachstum ausgerichtet. Aufgrund des Wettbewerbs zwischen den Fluggesellschaften dürften die Preise in Nahost nicht so stark steigen wie anderswo. Für die meisten afrikanischen Reiseziele wird ein steigendes Reiseaufkommen erwartet, wenn die Rohstoffsuche zunimmt, was wiederum zu steigenden Preisen führt.

Nordamerika
Die Flugpreise in den USA dürften 2019 im Einklang mit dem allgemeinen Wirtschaftswachstum steigen, sofern nicht schwerwiegende Folgen der derzeitigen Handelsspannungen zum Tragen kommen. Es ist davon auszugehen, dass die großen Ölkonzerne in besseren Verhandlungspositionen sein werden, als in früheren Jahren, was dazu beitragen könnte, den allgemeinen Preisanstieg zu mildern.

In der kanadischen Stadt Calgary ist ein starker Preisanstieg sowohl für Flüge als auch für Hotelübernachtungen wahrscheinlich. Dahinter stehen der Inflationsdruck auf dem Immobilienmarkt und steigende Mindestlöhne sowie ein erwarteter Rückgang der Exporte. Die kanadische Ölsandproduktion wird laut IHS Markit im Jahr 2019 voraussichtlich um mehr als eine halbe Million Barrel pro Tag steigen, da das Land die Lücke füllt, die Venezuela hinterlassen hat.

Lateinamerika
In Lateinamerika sind die Aussichten gemischt. Verschiedene Volkswirtschaften wie Kolumbien, Peru und Chile sind auf dem Weg der Erholung, dort werden die Flugpreise kaum steigen. Kolumbien verzeichnete im ersten Halbjahr 2018 ebenfalls hohe Belegungsraten – die zunehmende Rohstoffsuche im Land gilt als einer der Faktoren, die dazu beitrugen. Der brasilianische Energiesektor erholt sich ebenfalls, allerdings wird ein in jüngerer Zeit ratifizierter Open-Skies-Deal mit den USA mehr Wettbewerb unter den Fluggesellschaften bedeuten und wahrscheinlich alle Preissteigerungen dämpfen.

Das ölreiche Venezuela hat nach Jahren der Unterinvestition und Misswirtschaft einen Kollaps der Rohölproduktion erlebt. Dies wird laut Fitch zu einem prognostizierten Rückgang von 10,1 Prozent im Jahr 2019 führen, da die Ölproduktion im diesem Jahr um bereits um 28,1 Prozent zurückging.

Asien-Pazifik
Da die Ölpreise ihren Aufwärtstrend fortsetzen, sind die Aussichten für die Region Asien-Pazifik positiver als anderswo. Indien wächst nachhaltig, und Australien ist auf dem besten Weg, der weltweit führende Flüssiggasexporteur zu werden. Der Bergbausektor steht vor einer neuen Investitionswelle, vor allem in Australien.

Singapur, ein wichtiges Drehkreuz der Region, wird zu einem Hauptzentrum für die Raffination von Ölnebenprodukten. Das kommt den Hotels zugute, da neue Häuser gebaut werden, um mit der Nachfrage Schritt zu halten. Auch China registriert Wachstum, insbesondere für mittelgroße Marken wie Hampton by Hilton, da Reisende sich für ihre bevorzugte Hotelmarke entscheiden.

Sicherheit
Das Thema Sicherheit ist für Geschäftsreisen der Energiewirtschaft gleichbleibend immens wichtig, da viele wichtige Märkte oder Explorationszentren in instabilen Gebieten liegen, darunter viele Bergbaugebiete in Afrika, die von militanten Gruppen bedroht sind.

Technologie
Technologie spielt für Geschäftsreisen eine immer größere Rolle, auch im Energiesektor. Eine der größten Herausforderungen für diesen Sektor ist die Komplexität, da Reisen in der Regel mehrere Schritte umfassen, die klassische Buchungen mit anderen stark variable Faktoren kombinieren. Unternehmen suchen nach einem vereinfachten Prozess, der mühelose Abläufe für alle Schritte einer Reisebuchung für die Energiebranche umfasst.

Über den 2019 ERM Travel Forecast
Der jährliche Energy, Resources & Marine Travel Forecast ist der Leitfaden von CWT für Reisen dieser Branche. Er berücksichtigt makroökonomische, geopolitische, Markt- und Technologietrends, die die Preise beeinflussen und die weltweit, regional und auf Länderebene Auswirkungen auf die Branche haben.

Über CWT Energy, Resources & Marine
CWT Energy, Resources & Marine stellt spezialisiertes Travel Management für viele der weltweit führenden Unternehmen in den Branchen Öl, Gas, Bergbau, Offshore, Schifffahrt und alternative Energien zur Verfügung. Mit langjähriger Erfahrung unterstützen wir unsere Kunden dabei, die besten Lösungen für ihre komplexen Reiseanforderungen zu finden, oft für die am wenigsten zugänglichen Orte der Welt. Wir sind Teil von Carlson Wagonlit Travel, einem weltweit führenden Anbieter für Reisen, Hotelbuchungen und Veranstaltungen. Mehr Informationen finden Sie unter: www.cwt-energy-resources-marine.com.

Über Carlson Wagonlit Travel (CWT)
Unternehmen und Regierungsinstitutionen zählen auf uns, um ihre Mitarbeiter miteinander zu verbinden. Wir bieten unseren Reisenden das bestmögliche Kundenerlebnis, indem wir innovative Technologien mit langjähriger Erfahrung kombinieren. Jeden Tag veranstalten wir 105 Firmenveranstaltungen und betreuen eine so große Anzahl von Reisenden, dass diese fast 260 Boeings 787 und 100.000 Hotelzimmer füllen. Wir sind in nahezu 150 Ländern vertreten und im Jahr 2017 erwirtschafteten wir einen vermittelten Umsatz von mehr als 23 Mrd. US-Dollar. Weitere Informationen auf Twitter @CarlsonWagonlit und LinkedIn.

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